Soso, der erste Frühlingstag. Morgens schon merke ich: dieser Tag ist anders. Nach 10 Jahren Winter begrüßt mich statt eines grauen Himmels das wolkenlose Blau. Freundliches Licht von milder Sonne, ja es wird Frühling.
Es ist noch nicht sehr spät, ich steh allein in der Küche, allein in der Wohnung und gucke aus dem Balkonfenster Richtung Bahnhof und sehe, wie die Menschen mit offenen Winterjacken umherlaufen.
Ich ziehe meine gar nicht erst an, sondern belasse es bei T-Shirt und Hoodie. Reicht vollkommen.
Was tun am ersten wirklich schönen Tag des Jahres?
Ich erhalte die von mir in einem Nostalgierausch bestellten PS2 Spiele, lasse sie aber in Anbetracht des Wetters links liegen.
Versorgt mit neuen Gütern mache ich mich an den verbleibenden Tag.
Mir fallen die ungelesenen Seiten von The Great Gatsby ein, die zu lesen ich grob vernachlässigt habe. Rausgehen, um beim schönen Wetter irgendwo zu sitzen und zu lesen, das ist der Plan.Ich laufe durch die Stadt und suche. 20 Minuten Straßenbahnfahrt später bin ich in einer ländlichen Idylle am Rande meiner Stadt angekommen, die Straßen tragen Namen wie "Am Dorfteich", "Hinter der Kirche" und "Am Storchennest".
In der Straße Am Dorfteich, die tatsächlich an dem noch teilweise mit Eis bedeckten Dorfteich liegt, finde ich an ebenjenem Teich, genauer, an einer Bank nahe dem Ufer einen meiner neuen Lieblingsplätze.
Später genau hier zu leben, dagegen hätte ich nicht viel einzuwenden.
Ich setzte mich hin und lese bis in die Dämmerung.
blooming,
PRODIGY
Freitag, 19. März 2010
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